Du willst deinen Stromverbrauch senken, unabhängiger werden und konkret etwas zur Energiewende beitragen – aber ohne Dach, Genehmigungschaos und hohe Investition? Genau dafür sind Balkonkraftwerke (Stecker-Solar-Geräte) gemacht. Hier bekommst du eine nüchterne, belastbare Bewertung inkl. Kosten, Erträgen, Amortisationszeit, rechtlichen Rahmenbedingungen und Praxisempfehlungen. Du erfährst auch, wann sich ein Speicher lohnt und was du beim Anschluss und bei der Versicherung beachten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Typische Kosten für ein 600–800 W-Balkonkraftwerk liegen meist zwischen 350 und 800 Euro (ohne Speicher). Seit 2023 gilt 0 % Mehrwertsteuer auf PV-Komponenten und Speicher.
- Jahresertrag in Deutschland: je nach Ausrichtung/Standort etwa 450–850 kWh bei 800 W AC. Bei 400 W sind es typischerweise 200–400 kWh.
- Ersparnis bei Haushaltsstrompreisen von etwa 30–40 ct/kWh: ca. 120–300 Euro/Jahr (800 W) bzw. 60–150 Euro/Jahr (400 W).
- Amortisation realistisch nach 2,5–5 Jahren, abhängig von Preis, Ausrichtung, Eigenverbrauch und Stromtarif. Lebensdauer der Module: 20–25 Jahre, Wechselrichter: 10–15 Jahre.
- Recht: Vereinfachte Regeln. Registrierung im Marktstammdatenregister ist Pflicht; die zulässige Wechselrichterleistung bis 800 W (AC) ist etabliert. Der Anschluss über eine normale Steckdose ist mittlerweile grundsätzlich erlaubt, wenn die technischen Anforderungen eingehalten werden.
- Miet- und WEG-Recht: Installation von Stecker-Solar-Geräten ist privilegiert und darf in der Regel nicht grundlos untersagt werden. Gestalterische Auflagen sind möglich.
- Speicher: wirtschaftlich meist nur dann sinnvoll, wenn tagsüber wenig Eigenverbrauch möglich ist und regelmäßig viel Solarstrom ungenutzt bliebe.
Bottom line: In den allermeisten Haushalten lohnt sich ein Balkonkraftwerk – oft bereits nach wenigen Jahren, danach läuft’s de facto auf jahrzehntelangen “Gratisstrom” aus den eigenen Modulen hinaus.
Kaufpreis, Komponenten und laufende Kosten
Die Gesamtinvestition setzt sich aus Modulen, Wechselrichter (Mikrowechselrichter), Halterung/Montage, Verkabelung sowie optionalen Mess- und Smart-Home-Komponenten zusammen. Professionelle Montage ist nicht zwingend; viele Nutzer installieren selbst. Achte in jedem Fall auf sichere Montage und normgerechten Anschluss.
| Komponente |
Typischer Bereich (ohne MwSt., seit 2023: 0 %) |
Hinweise |
| PV-Module (1–2 Stück) |
150–400 € |
Größen um 400–450 Wp/Modul sind üblich; leichte Überbelegung (DC > AC) ist erwünscht. |
| Mikrowechselrichter (600–800 W AC) |
120–300 € |
Unbedingt auf Grid-Code (VDE-AR-N 4105), NA-Schutz und Konformität achten. |
| Halterung & Montagezubehör |
50–200 € |
Wetter- und statikfest; passende Klemmen/Schrauben; ggf. Ballastierung. |
| Verkabelung, Stecker, Kleinmaterial |
20–80 € |
Außenkabel, UV-beständig; RCD/Leitungsschutz beachten. |
| Optional: Energiemessung/Smart-Plug |
20–80 € |
Transparenz über Erzeugung und Eigenverbrauch; Automatisierungen möglich. |
| Optional: Mini-Speicher (1–2 kWh) |
400–1.200 € |
Meist kein Muss; lohnt sich nur in speziellen Profilen (siehe unten). |
Wechselrichter-Lebenszyklus: Plane ein, den Mikrowechselrichter einmal in 10–15 Jahren zu ersetzen (typisch 150–250 €).
Module degradieren langsam (etwa 0,3–0,5 %/Jahr) und liefern auch nach 20 Jahren noch solide Erträge.
Erträge im Alltag: Standort, Ausrichtung, Verschattung
Die wichtigste Ertragsfrage ist nicht „wie viel Peak-Leistung steht auf dem Karton?“, sondern wie gut deine Module pro Tag belichtet werden – und wie viel davon du
selbst verbrauchen kannst.
- Ausrichtung: Süd bringt den höchsten Jahresertrag; Ost/West liefern oft 80–95 % davon, haben dafür eine breitere Ertragskurve über den Tag (gut für Eigenverbrauch).
- Neigung: 20–35° ist meist ideal. Senkrechte Montage am Balkon funktioniert, reduziert aber den Winterertrag; in der Praxis trotzdem oft wirtschaftlich.
- Verschattung: Schatten ist ein Ertragskiller. Einzelne Modul-Schatten am besten durch getrennte MPP-Tracker bzw. Moduloptimierung am Mikrowechselrichter abfangen.
- DC-Überbelegung: Es ist üblich und sinnvoll, einen 600–800 W-AC-Wechselrichter mit 800–1.200 Wp DC zu „überbelegen“. Dadurch steigt der Jahresertrag, ohne die zulässige AC-Einspeiseleistung zu überschreiten.
| Setup |
Orientierung/Neigung |
Jahresertrag (kWh) |
Bemerkung |
| 800 W AC, 900–1.000 Wp DC |
Süd, ~25° |
700–850 |
Optimal, kurzzeitiges Clipping ist normal und kein Problem. |
| 800 W AC |
Ost/West, ~90° (Balkonbrüstung) |
550–700 |
Mehr Ertrag morgens/abends; oft guter Eigenverbrauch. |
| 400 W AC |
Süd, ~25° |
250–400 |
Für sehr kleine Verbräuche oder Platzmangel. |
| 800 W AC |
Süd, aber zeitweise verschattet |
450–650 |
Stark schattensensitiv; ggf. Optimierung nötig. |
Rechne deinen Standort realistisch: In der Praxis liegst du mit 800 W AC in Deutschland oft bei
600–800 kWh/Jahr. Bei 35 ct/kWh Strompreis spart das
210–280 € pro Jahr. Bei 400 W entsprechend etwa
90–140 €.
Amortisation und Rendite: Rechenbeispiele
Wie schnell rechnet sich das? Entscheidend ist deine Eigenverbrauchsquote, also wie viel von der erzeugten Energie du während der Erzeugung direkt im Haushalt nutzt. Je höher, desto besser.
| Szenario |
Kaufpreis |
Jahresertrag |
Strompreis |
Ersparnis/Jahr |
Amortisation |
| 800 W AC, Süd, gute Bedingungen |
600 € |
750 kWh |
0,35 €/kWh |
262,50 € |
~ 2,3 Jahre |
| 800 W AC, Ost/West |
550 € |
620 kWh |
0,35 €/kWh |
217,00 € |
~ 2,5 Jahre |
| 400 W AC, Süd |
350 € |
320 kWh |
0,35 €/kWh |
112,00 € |
~ 3,1 Jahre |
| 800 W AC, Süd, Speicher 1,5 kWh |
1.150 € |
750 kWh (davon +150 kWh nutzbar durch Speicher) |
0,35 €/kWh |
262,50 € + 52,50 € = 315,00 € |
~ 3,7 Jahre |
Hinweis: Das Speicher-Beispiel zeigt, dass ein kleiner Akku die Amortisation verlängern kann, weil er die Investition erhöht und nur begrenzt zusätzliche Einsparung bringt. Ob sich das lohnt, hängt stark vom Lastprofil ab.
Merke: Je höher dein Eigenverbrauch während der Erzeugung, desto schneller amortisiert sich das System. Waschmaschine, Spülmaschine, Router/Server, Homeoffice, E-Bike-Laden mittags – das sind Eigenverbrauchsbooster.
Recht und Normen: Was ist erlaubt und was musst du tun?
Die Regeln wurden in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Das Ziel: Hürden abbauen und Stecker-Solar sicher in den Alltag bringen.
- Wechselrichterleistung: Bis 800 W AC ist für Balkonkraftwerke etabliert. Eine moderate DC-Überbelegung (Module zusammen >800 Wp) ist üblich, solange der Mikrowechselrichter bei 600–800 W AC gedeckelt.
- Registrierung: Du musst dein Balkonkraftwerk im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren. Das geht online in wenigen Minuten.
- Zähler: Üblich ist ein Zweirichtungszähler, den dein Netzbetreiber in der Regel kostenfrei tauscht. Alte Ferraris-Zähler dürfen nicht rückwärts laufen. Der Tausch sollte zeitnah erfolgen.
- Steckdose: Der Anschluss über eine normale Schutzkontaktsteckdose (Schuko) ist heute rechtlich möglich, wenn die Installation sicher ist. Eine spezielle Einspeisesteckdose kann zusätzliche Sicherheit bieten, ist aber nicht mehr zwingend vorgeschrieben.
- Normen: Achte darauf, dass der Mikrowechselrichter die relevanten Grid Codes (insb. VDE-AR-N 4105) erfüllt und über einen NA-Schutz verfügt. Dokumentation aufbewahren.
- Miet- und WEG-Recht: Stecker-Solar gilt als privilegierte Maßnahme. Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften dürfen die Installation in der Regel nicht grundlos untersagen. Erlaubt sind jedoch Gestaltungsvorgaben (einheitliches Erscheinungsbild, sichere Befestigung) oder Auflagen, wenn Statik, Denkmalschutz oder Gefahrenlage betroffen sind. Kläre die Montage formell an – ideal mit kurzer schriftlicher Anzeige und Montagebeschreibung.
Praxis-Tipp: Wenn du im Zweifel bist, frage deinen Netzbetreiber kurz nach dem Zählertauschprozess für Stecker-Solar und dokumentiere die Registrierung im Marktstammdatenregister. Das spart Rückfragen.
Sicherheit und Installation: So machst du’s richtig
- Stromkreis: Nutze einen intakten Stromkreis mit RCD (FI-Schutzschalter) und passendem Leitungsschutz (LS). Keine Mehrfachsteckdosen-Kaskaden, keine defekten Außensteckdosen.
- Verkabelung: Verwende UV-beständige Außenkabel und passende, wasserdichte Steckverbindungen. Kabel so verlegen, dass sie nicht scheuern und keine Stolperfallen bilden.
- Montage: Halterungen müssen Wind- und Schneelasten aushalten. Bei Geländern: stabile Klemmen, ggf. Ballastierung. Scharfkantige Kontaktflächen vermeiden (Kantenschutz), Drehmomente nach Vorgabe anziehen.
- Brandschutz: Keine Module oder Kabel durch Fenster einklemmen. Abstand zu brennbaren Materialien wahren. Mikrowechselrichter gut belüftet montieren (Wärmeabfuhr!).
- Schutz vor Diebstahl/Herabfallen: Zusätzliche Sicherungsseile oder Diebstahlschutzkabel sind sinnvoll, besonders im Erdgeschoss oder an exponierten Lagen.
- Dokumentation: Bedienungsanleitungen, Konformitätsnachweise, Fotos der Installation bereithalten – hilft bei Rückfragen von Vermieter, Versicherung oder Netzbetreiber.
Speicher: Nice to have oder Geldfresser?
Mini-Speicher (1–2 kWh) für Balkonkraftwerke sind technisch reizvoll, wirtschaftlich aber nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Wenn tagsüber wenig Lasten laufen (z. B. berufstätiger Single-Haushalt) und abends der Verbrauch hoch ist, kann ein kleiner Speicher die Eigenverbrauchsquote erhöhen. In vielen Haushalten erreichst du denselben Effekt günstiger, indem du
verbrauchsstarke Geräte in die Sonnenzeit verschiebst (Waschmaschine, Spülmaschine, Warmwasserboiler, E-Bike-Laden).
Faustregel: Kostet dich der Speicher 500–1.000 €, bringt aber nur zusätzliche 100–200 kWh Eigenverbrauch pro Jahr, dann liegt die Zusatzersparnis bei 35–80 € pro Jahr – das ist eine
lange Amortisation. Technisch interessant, ja. Wirtschaftlich: eher selten Pflicht.
Förderungen, Steuern und Abrechnung
0 % Mehrwertsteuer auf PV-Komponenten (inkl. Speicher) gilt seit 01.01.2023: Das reduziert den Anschaffungspreis direkt. Auf Ebene der Einkommensteuer sind Einnahmen aus kleinen PV-Anlagen (typisch Balkonkraftwerke)
steuerlich privilegiert – du musst dich als Privatperson in der Regel nicht mit komplexen steuerlichen Pflichten herumschlagen. Handwerkerleistungen (reine Lohnkosten) für die Installation lassen sich häufig zusätzlich als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen – frag im Zweifel deine Steuerberatung.
Viele Bundesländer und Kommunen haben oder hatten
Direktzuschüsse für Balkonkraftwerke (oft 100–500 €). Diese Programme ändern sich regelmäßig. Prüfe vor dem Kauf die Websites deiner Stadt oder deines Bundeslandes und achte auf Antragsfristen, Budgettöpfe und Reihenfolge (oft
vor dem Kauf beantragen!).
Einspeisevergütung: Technisch kannst du Überschüsse ins Netz einspeisen. Wirtschaftlich bringt dir Eigenverbrauch 30–40 ct/kWh, während Einspeisevergütungen im Bereich weniger Cent/kWh liegen. Für Balkonkraftwerke ist daher
Eigenverbrauch der Hebel – eine reine „Mini-Einspeiseanlage“ ist nicht das Ziel.
Umweltbilanz: Wie viel CO₂ sparst du wirklich?
Balkonkraftwerke sind nicht nur finanziell attraktiv, sondern auch ökologisch sinnvoll. Zwar kostet die Herstellung von Modulen und Wechselrichtern Energie, aber die
energetische Amortisationszeit liegt typischerweise bei rund
1–3 Jahren, je nach Standort und Modultechnologie. Danach produziert deine Anlage über viele Jahre Nettostrom ohne zusätzliche Emissionen.
| Setup |
Jahresertrag |
CO₂-Einsparung/Jahr (ggü. dt. Strommix) |
Bemerkung |
| 400 W AC, Süd |
300 kWh |
~120–150 kg |
Abhängig vom zugrundeliegenden CO₂-Faktor im Strommix. |
| 800 W AC, Süd |
700 kWh |
~280–350 kg |
Mit Ost/West nur wenig geringer. |
| 800 W AC, gut überbelegt |
800+ kWh |
~320–400 kg |
Gute Eigenverbrauchsnutzung vorausgesetzt. |
Je „grauer“ der Strommix, den du verdrängst, desto größer der CO₂-Effekt. In Übergangs- und Winterzeiten ist der Effekt besonders ausgeprägt.
So holst du mehr aus deinem Balkonkraftwerk
- Lastverschiebung: Lege waschende, spülende, trocknende Tätigkeiten in die Mittagszeit. Nutze Timer/Programme.
- Standby-Fresser: Router, NAS, Server, Smarthome-Hubs laufen ohnehin – sie erhöhen automatisch den Eigenverbrauchsanteil.
- Automationen: Mit smarten Zwischensteckern (z. B. Shelly, Tasmota, Home Assistant) Geräte solargeführt starten, wenn genug PV-Leistung anliegt.
- Optimierte Ausrichtung: Wenn du Ost/West kannst, verteilst du den Ertrag über den Tag – gut für den Eigenverbrauch.
- Reinigung & Check: Staub, Pollen, Vogelkot können Ertrag mindern. Ein, zwei Mal im Jahr mit Wasser und weichem Tuch reinigen, Befestigung checken.
Typische Fallstricke und wie du sie vermeidest
- Verschattung unterschätzt: Eine Balkonblume ist okay, aber ein überhängender Baum oder Markise, die mittags Schatten wirft, kostet richtig Ertrag.
- Billig-Inverter ohne Normnachweis: Ohne VDE-AR-N 4105, NA-Schutz und CE-Kennzeichnung wird’s kritisch. Qualität zahlt sich aus.
- Fehlender RCD: Sicherheit geht vor. Lass im Zweifel den Stromkreis von einer Elektrofachkraft prüfen.
- Kabelpfusch: Innenkabel nach außen gelegt, nicht UV-fest, durch Fenster gequetscht – bitte nicht.
- Unklare Statik: Große Module an dünnen Geländern oder in Sturmzonen? Besser mit geprüften Halterungen und Sicherungsseilen arbeiten.
- Kein Zählertausch: Kläre den Zweirichtungszähler. Alte Ferraris-Zähler dürfen nicht rückwärts laufen.
Versicherung und Haftung
Versicherungspflicht besteht nicht, aber melden solltest du die Anlage deiner
Hausrat- und ggf.
Wohngebäudeversicherung. Damit sind Schäden durch Sturm, Hagel, Blitz oder auch Diebstahl sauber abgedeckt. Prüfe, ob dein Versicherer Balkonkraftwerke als fest mit dem Gebäude verbundene Sachen (Gebäudeversicherung) oder als bewegliches Gut (Hausrat) einstuft – das kann von der Montageart abhängen.
Haftung: Fällt dir bei Sturm ein Modul vom Balkon und beschädigt etwas oder jemanden, haftest du. Sichere Montage ist daher nicht nur Ertrags-, sondern vor allem Haftungsthema. Dokumentation und Fotos der Befestigung sind im Zweifel Gold wert.
Praxis-Check: Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerk besonders?
- Mieter mit Südbalkon: Top-Case – schnellste Amortisation, politisch und rechtlich gewollt und inzwischen gut abgesichert.
- Ost-/West-Balkone: Sehr gut, weil der Ertrag über den Tag verteilt und damit eigenverbrauchsfreundlich ist.
- Homeoffice-Haushalte: Tagsüber läuft ohnehin viel – Router, Monitore, Rechner, ggf. NAS. Hoher Eigenverbrauch, schnelle Amortisation.
- Haushalte mit programmierbaren Großgeräten: Wer Waschmaschine/Spülmaschine mittags laufen lassen kann, profitiert überproportional.
Weniger geeignet sind Setups mit
stark verschatteten Balkonen, extrem
nordorientierten Fassaden oder Orten mit massiven baulichen Einschränkungen. Auch hier kann es sich trotzdem rechnen – nur langsamer.
Einordnung der Frage: „lohnt sich ein Balkonkraftwerk?“
Die kurze Antwort: In der Regel ja – und zwar
sowohl finanziell als auch ökologisch. Wichtig ist, dass du realistische Erwartungen hast. Ein Balkonkraftwerk ist keine Komplettautarkie-Lösung, sondern ein sehr effizienter Baustein, der deinen Netzbezug tagsüber spürbar reduziert. Der Hebel ist nicht die Einspeisung, sondern der Eigenverbrauch. Wenn du das System darauf auslegst und mit ein paar Gewohnheitsänderungen kombinierst, erreichst du kurze Amortisationszeiten.
Fazit
Ein Balkonkraftwerk gehört 2025 zu den sinnvollsten Kleininvestitionen für Mieter und Wohnungseigentümer ohne eigenes Dach. Durch die Kombination aus niedrigen Einstiegskosten (dank 0 % MwSt.), vereinfachten rechtlichen Rahmenbedingungen, soliden Jahreserträgen und hohen Strompreisen amortisieren sich 600–800 W-Systeme in vielen Fällen in
2,5 bis 4 Jahren. Danach liefert die Anlage über ein Jahrzehnt und länger sauberen Strom praktisch zum Nulltarif. Rechtlich sind die Hürden weitgehend abgebaut, die Installation ist überschaubar, die Risiken sind mit korrekter Montage und Absicherung gut beherrschbar. Ökologisch sparst du je nach Setup hunderte Kilogramm CO₂ pro Jahr. Kurz: Wenn du dich fragst „
lohnt sich ein Balkonkraftwerk?“ – in den meisten realen Szenarien ist die Antwort ein klares Ja.
FAQ
Wie viele Module darf ich anschließen?
Maßgeblich ist die
AC-Leistung des Mikrowechselrichters (typisch bis 800 W). Auf der DC-Seite darfst du moderat überbelegen (z. B. zwei 430 Wp-Module), damit du auch bei suboptimalen Bedingungen hohe Tageserträge erzielst. Wichtig: Der Wechselrichter muss die Einspeiseleistung begrenzen.
Muss ich mein Balkonkraftwerk beim Netzbetreiber anmelden?
Du
musst es im
Marktstammdatenregister registrieren. Der Zählertausch auf einen Zweirichtungszähler erfolgt über den Netzbetreiber. Eine gesonderte, komplexe Inbetriebnahme wie bei Dachanlagen ist bei Stecker-Solar nicht erforderlich.
Darf ich eine normale Steckdose (Schuko) verwenden?
Ja, der Anschluss über eine
normale Schutzkontaktsteckdose ist mittlerweile grundsätzlich zulässig, sofern die Installation sicher ist (intakter Stromkreis mit RCD, geeignete Außensteckdose, normgerechte Komponenten). Eine spezielle Einspeisesteckdose ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben, kann aber zusätzliche Sicherheit bieten.
Wie hoch ist die Ersparnis pro Jahr?
Bei 800 W AC und 600–800 kWh Jahresertrag sparst du bei 35 ct/kWh etwa
210–280 € jährlich – abhängig davon, wie viel du direkt verbrauchst. Bei 400 W jeweils etwa die Hälfte.
Bekomme ich für Überschussstrom Geld?
Theoretisch ja, praktisch ist das für Balkonkraftwerke selten relevant. Der wirtschaftliche Hebel liegt klar beim
Eigenverbrauch. Einspeisevergütungen sind deutlich niedriger als dein Haushaltsstrompreis.
Was, wenn mein Vermieter nein sagt?
Stecker-Solar-Geräte sind
privilegiert. Ein generelles Nein ist in der Regel nicht zulässig. Der Vermieter oder die WEG kann gestalterische oder sicherheitsrelevante Vorgaben machen. Informiere schriftlich, liefere eine Kurzbeschreibung der Montage und halte Normkonformität nach.
Brauche ich eine Genehmigung der WEG?
Die WEG kann die Installation nicht grundlos untersagen, aber Vorgaben zum Erscheinungsbild/Sicherheit machen. Protokolliere Beschlüsse und halte dich an die Auflagen (Montage, Farbgebung, Kabelwege).
Lohnt sich ein kleiner Speicher?
Nur, wenn du tagsüber kaum Lasten hast und regelmäßig viel PV-Überschuss verfällt. In vielen Fällen ist Lastverschiebung in die Mittagszeit wirtschaftlich sinnvoller als ein Mini-Akku.
Kann ich mehrere Balkonkraftwerke betreiben?
Entscheidend sind die zulässigen Leistungsgrenzen und die Installation am jeweiligen Stromkreis. Mehrere Geräte sind nicht pauschal verboten, müssen aber gemeinsam die technischen Anforderungen erfüllen. Prüfe das mit deinem Netzbetreiber bzw. einer Elektrofachkraft.
Wie wartungsintensiv ist das?
Sehr gering. Ein bis zwei Sichtprüfungen pro Jahr, gelegentliche Reinigung der Module und Kontrolle der Befestigung reichen in der Regel. Wechselrichtertausch nach 10–15 Jahren einplanen.
Was passiert bei Stromausfall?
Der Mikrowechselrichter schaltet bei Netzausfall
sofort ab (NA-Schutz). Das ist vorgeschrieben und schützt Einsatzkräfte. Inselbetrieb ist mit normalen Balkonkraftwerken nicht möglich.
Wie integriere ich das in mein Smart Home?
Mit
Leistungsmessern (z. B. Shelly, intelligente Zwischenstecker) kannst du Erzeugung und Verbrauch überwachen und Geräte automatisch starten, wenn genügend PV-Leistung anliegt. Das erhöht die Eigenverbrauchsquote spürbar.
Was sind sinnvolle Marken/Standards beim Kauf?
Achte auf
VDE-AR-N 4105-Konformität beim Mikrowechselrichter, NA-Schutz, CE und eine solide Dokumentation. Bei Modulen sind Glas-Folie-Module mit 400–450 Wp etabliert. Meide No-Name-Inverter ohne klare Normnachweise.
Wie schnell kann ich starten?
Nach Bestellung und Montage ist die Registrierung im Marktstammdatenregister in wenigen Minuten erledigt. Der Zählertausch erfolgt durch den Netzbetreiber. Viele Betreiber nehmen die Anlage parallel in Betrieb und lassen den Zählertausch zeitnah durchführen – kläre das Vorgehen kurz mit deinem Netzbetreiber.