IT-Sicherheit in der Industrie: 1200 Cyberangriffe jede Woche – so wappnen sich Unternehmen dagegen
IT-Sicherheit in der Industrie: 1200 Cyberangriffe jede Woche – so wappnen sich Unternehmen dagegen
Industrieunternehmen in Deutschland sind einem kontinuierlichen digitalen Beschuss ausgesetzt. Ein besorgniserregendes Bild malt der BSI-Lagebericht 2025: Im Durchschnitt erleiden Organisationen wöchentlich 1286 Cyberangriffe - das ist ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt werden täglich 119 neue Sicherheitslücken entdeckt, was eine Steigerung um 24 Prozent im Vergleich zum vorherigen Berichtszeitraum bedeutet. Kleine und mittlere Unternehmen sind besonders betroffen: Im Durchschnitt erfüllen sie nur 56 Prozent der grundlegenden IT-Sicherheitsanforderungen und werden zu 80 Prozent Opfer von Ransomware-Angriffen. Die BSI berichtet, dass die Bedrohungslage auf "angespanntem Niveau" bleibt. Die fortschreitende Digitalisierung vergrößert die Angriffsflächen, doch vielerorts halten die Schutzmaßnahmen nicht Schritt. Die Professionalisierung von Cyberkriminellen schreitet voran; sie setzen KI für automatisierte Angriffe ein und entwickeln ständig neue Methoden, um ungeschützte Systeme zu kompromittieren. Was das für Unternehmen konkret heißt - und welche Schutzmaßnahmen tatsächlich wirken.

Die drei größten Gefahren

Ransomware ist nach wie vor die größte Bedrohung. Die 950 dokumentierten Angriffe im Berichtszeitraum belegen: Erpressergruppen, die professionell agieren, nutzen das "Ransomware-as-a-Service"-Modell. Es verringert die Einstiegshürden für Angreifer und steigert gleichzeitig deren Schlagkraft. Besonders hinterhältig: Oftmals wird nicht nur die Verschlüsselung der Daten vorgenommen, sondern auch mit einer Veröffentlichung gedroht - ein doppelter Angriff auf die Opfer. Die Bedeutung von Supply-Chain-Attacken nimmt zu. Angreifer greifen nicht direkt das Zielunternehmen an, sondern machen Zulieferer oder Dienstleister mit geringeren Sicherheitsstandards zu ihrem Ziel. Sie gehen schrittweise durch die Lieferkette voran. Die Warnung des BSI lautet:  Die Rolle als "schwaches Glied" in kritischen Infrastrukturen wird von vielen Unternehmen leider unterschätzt. Phishing, unterstützt durch KI, hat neue Höhen erreicht. Generative KI schafft hyperrealistische E-Mails, Deepfake-Videos und sogar automatisierte Social-Engineering-Kampagnen. "Quishing" - Phishing über QR-Codes - umgeht traditionelle Filter mit Leichtigkeit. Weltweit beobachtet das FBI täglich 500.000 schädliche Dateien, was einen Anstieg um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Die besondere Verwundbarkeit von KMU

Kleine und mittlere Unternehmen haben mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Eine gefährliche Fehleinschätzung ist es, dass 44 Prozent der Mitarbeiter in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) denken, ihr Betrieb sei "kein interessantes Ziel" für Cyberkriminelle. Wirklich, 80 Prozent der Ransomware-Angriffe zielen genau auf diese Gruppe ab. Der Grund: KMU sind oft leichte Beute mit einem ausreichenden Erpressungspotenzial. Es mangelt zudem an Vorbereitung. Gerade einmal 68 Prozent der deutschen KMU kontrollieren regelmäßig ihre Cybersicherheit - das ist im internationalen Vergleich der niedrigste Wert. 60 Prozent der Leute wissen nicht, was "Ransomware" heißt. Und lediglich 18 Prozent haben einen Notfallplan, der getestet wurde. Im Ernstfall fehlen klare Prozesse, wer verantwortlich ist und wie kommuniziert wird.

Effektive Schutzmaßnahmen im Detail

Das BSI rät zu einem mehrstufigen Ansatz. Der Fokus liegt auf der Zero Trust Architecture:  Nichts und niemand erhält automatisch Vertrauen - jeder Zugriff wird überprüft und genehmigt. Das Prinzip "Never trust, always verify" schränkt die Bewegungsfreiheit von Angreifern erheblich ein, selbst wenn sie bereits ins Netzwerk eingedrückt sind. Ein automatisiertes Patch-Management ist ein Muss. Manuelle Prozesse sind bei täglich 119 neuen Schwachstellen nicht mehr ausreichend. Web-Angriffsflächen müssen besonders schnell und automatisch aktualisiert werden, um kritische Systeme zu schützen - sie sind zunehmend Ziel von Angriffen.  Die React-Server-Components-Lücke, die das BSI mit "Gefahrenstufe 3" bewertet, verdeutlicht: Ungepatchte Software ist der Hauptangriffspunkt. IT-Sicherheit in der Industrie: 1200 Cyberangriffe jede Woche - so wappnen sich Unternehmen dagegen Durch Penetrationstests werden Schwachstellen entdeckt, noch bevor sie von Angreifern gefunden werden können. Teams mit spezieller Ausbildung simulieren Angriffe aus der realen Welt und testen, wo Verteidigungslinien versagen.  Der CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076 ist ein standardisierter Einstieg in das systematische Risikomanagement für KMU. Wesentlich:  Security by Design - Sicherheitsmechanismen sollten von Anfang an in Systeme eingebaut werden, statt sie nachträglich aufzupfropfen.

Anbieter mit Vertrauenswürdigkeit finden

Industrielle Unternehmen haben eine komplexe Entscheidung zu treffen, wenn sie einen IT-Sicherheitsdienstleister oder Security-Tool auswählen: Zahlreiche Anbieter versprechen einen umfassenden Schutz, aber welche erfüllen wirklich ihre Versprechen? Das ist der Beweis, wie wichtig transparente Bewertungssysteme sind.  Genau wie in anderen digitalen Bereichen, z.B. Casino Spielen, wo Anbieter eine deutsche Lizenz haben müssen, sollten auch Security-Lösungen nach quantifizierbaren Standards bewertet werden: Erkennungsrate bei Bedrohungen, Rate der Fehlalarme, Reaktionszeit auf Zero-Day-Exploits, Zertifizierungen wie ISO 27001 oder BSI-Grundschutz. Fachportale wie Security-Insider oder das BSI selbst bieten diese Orientierung. Das Wichtigste ist, dass Firmen nicht auf die Versprechen des Marketings hereinfallen, sondern auf nachweisbare Fakten setzen.  So werden Risiken minimiert und die Sicherheit von Investitionen maximiert in einer Bedrohungslage, die keine Fehler zulässt.

Der Plan für den Notfall:  Falls es dennoch eintritt

Selbst die beste Prävention bietet keinen 100-prozentigen Schutz. Aus diesem Grund sollte jede Firma einen erprobten Notfallplan haben. Die Bundesverwaltung macht es vor:  91 Prozent aller Spam-Mails werden abgewehrt, täglich über 500 bösartige Webseiten werden blockiert, und 88 Prozent der IPs entsprechen modernen Verschlüsselungsstandards. Diese messbare Resilienz beruht auf stetiger Übung und definierten Abläufen. Ein guter Notfallplan legt fest, wer was macht, wie kommuniziert wird und wo die Eskalationsstufen liegen. Er bestimmt, wer wann welche Systeme isoliert, welche Backups wiederhergestellt werden und wie Kunden sowie Behörden informiert werden. Ein besonderer Fokus: die regelmäßigen Tests. Nur durch die Praxis zeigt sich, ob die Theorie funktioniert.  Das BSI rät, mindestens einmal im Jahr mit simulierten Angriffsszenarien zu üben.

Resilienz anstelle von Reaktion

Eines ist durch den BSI-Lagebericht klar:  Die Sicherheit im Internet ist keine technische Zusatzaufgabe mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Über 1200 Angriffe pro Woche sind eine permanente Bedrohung - das ist kein Ausnahmezustand. Firmen müssen ihr Risikomanagement entsprechend anpassen: Je schlechter eine Angriffsfläche geschützt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie erfolgreich angegriffen wird. Die positive Botschaft: Mit strukturiertem Angriffsflächenmanagement, konsequentem Patching und Zero-Trust-Architekturen können wir das Risiko sofort minimieren.  Das Mindset ist entscheidend:  Die Verantwortung für Cybersicherheit liegt auf der Chefetage, nicht nur im IT-Bereich. Die Organisationsleitung hat die Gesamtverantwortung - für Budgets, Schulungen und Notfallpläne. Wer jetzt handelt, schafft Resilienz. Wer abwartet, wird zum Opfer.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert